Mercedes W112 Treffen in München. Seit die Zugbrücke zum Schutz von Schlössern vom gemeinen Zinkpoller abgelöst wurde, kommt es vermehrt zu wilden automobilen Fotoshootings vor historischen Baudenkmälern. Auf der Suche nach Gründen fand man heraus, dass Zinkpoller überraschenderweise zur spontanen Inluftauflösung neigen. Besonders an Wochenenden, an denen die Frequenz klassischer Automobile rund um die Baudenkmäler besonders hoch und eine Kombizange Teil des Bordwerkzeuges dieser Fahrzeuge ist. Auch beim W112 Treffen vor der Fassade von Schloss Schließheim war diese schönste Form des Falschparkens zu beobachten. Doch der Autor hatte minutiöse Amnesie und kann nichts weiter darüber berichten…

Vielfalt von Farbe und Ausstattung der Luftgefederten auf dem W112 Treffen in München waren spektakulär. Dazu begeisterten die unterschiedlichen Zustände der mitgebrachten Fahrzeuge. Top Restauration neben einem Auto, das im Alltag gefahren wurde. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang. Einfach nur so. Der Vorplatz von Schloss Schleißheim füllte sich in Minutenschnelle, als die Flossen vor der Fassade standen. Hochzeitsgesellschaften, Spaziergänger und Familienausflügler freuten sich, stellten Fragen, bildeten Menschentrauben. So als wollten sich alle eine dicke Scheibe vom Glanz der 60er abschneiden, um sie in ihren Träumen zu beschützen. Was den meisten von ihnen sicher gelingen wird…

Auf den fantastischen Samstag folgte ein Königsflossen Sonntag voller Abenteuer. Zum Beispiel wenn Landei morgens im Hotel beim Frühstück merkt: Wir sind nördlich von München, unser Ziel liegt südlich von München. Dazwischen liegen 85 Kilometer. Wir haben noch ´ne gute halbe Stunde. Ebenso abenteuerlich das großartige Kalbsschnitzel im Hoisl Bräu zu Penzberg. Das größte, das je vor mir auf einem Teller lag. Am Ende einer Straße ins nirgendwo. Doch das beste Abenteuer hatte sich der Tag für`s Ende aufgespart. In den Hauptrollen: Ein 65 Liter Tank, 17 Liter Verbrauch, 300 Kilometer Fahrtstrecke, 6 Kilometer Autobahn bis zur nächsten Tanke, ein Seitenstreifen, eine Notrufsäule, der Boardingtermin für einen Inlandsflug und ein todesmutiger Taxifahrer. Die Handlung: Tank ist leer, es gehen aber nur 51 Liter rein. Mehr dazu vielleicht mal irgendwann bei einem guten Bier. Wer Teil 1 dieses Artikels lesen möchte, findet den hier.