Ein kalter Samstagmorgen, eine kleiner Ort im unterfränkischen Hinterland, eine beeindruckend mit Mercedes Schätzen aus drei Bauperioden gefüllte Halle. Das meiste davon in Teilen, eine Parallel-Galaxie voller fulminanter Sternenhaufen. Noch schlimmer wird`s hinter`m Haus. Das Garagentor öffnet sich mit lustvollem Quietschen, drin steht ein W123 230E, heute kein Auto kaufen, denke ich noch, schon zu spät. Nicht billig, aber seinen Preis wert. 82.500 Kilometer, Türe auf, riecht wie neu, sieht aus wie neu, fühlt sich an wie neu. Der Innenraum ist super, das Blech ist prima, der Wagen steht an dieser Stelle seit 2006! Na das kann ja lustig werden bei der Bergung

Zwei Wochen später, wieder ein Samstag, diesmal perfekt vorbereitet, wieder vor Ort. Vier platte Reifen, vier feste Bremsen, eine Wagenlänge Pflaster, ab da nasse Wiese. Glückseligkeit, weil sich alle vier Reifen mit Luft füllen. An die hintere Bremse kommen wir ran, sieht nicht gut aus, sie lässt sich aber lösen. Die Bremse vorn ist unerreichbar. Berge von Kartons im Weg, keine Chance, unter das Auto zu kommen. Wir haben einen Allrad Volvo, ein Abschleppseil und zehn Meter Weg für das Kunststück des Tages. Sättel, Scheiben, Beläge, sie wehren sich mit meterlangen Reifenspuren. Am Ende gewinnt die Kneifzange, wo grade noch ein Schlauch war, ist jetzt ein Nichts.

Transport in die Werkstatt ohne Probleme, wir laden ab und können den 230E erstmals von unten auf der Bühne begutachten. Die Bremsen sind komplett hinüber. Vorne haben sich Sättel und Beläge zu einen Klumpen vereinigt, der als nahezu untrennbar bezeichnet werden darf. Hinten ist es leicht besser. Die Betonung liegt dabei auf leicht. Doch es gibt auch viel Licht. Der W123 ist vom Unterboden her in sehr gutem Zustand, wir können uns voll auf die Wiederinbetriebnahme von Motor und Getriebe konzentrieren. Und auf die Bremsen. Mehr Informationen zu diesem Sternwarter Projekt in Kürze in den News.