Der Mercedes Farbcode DB 479 Moorbraun war von `79 bis `81 für die Baureihe W123 erhältlich, ausschließlich im Rahmen der zweiten Serie (Mopf1). In der von Metallic Lack und schrillen Unitönen dominierten automobilen Ära der farblichen Vielfalt blieb DB479 im Straßenbild unauffällig. Weil es kaum jemand bestellte. Wer sich mit Moorbraun besternt aus der Garage wagte, galt als echt farbenblind oder Schokoladenfabrikant mit 75% Kakao im Blut. Zusammen sind weniger als 1/100 000 der bundesdeutschen Bevölkerung. Tolle Zielgruppe.

Wen also wollten die Mercedes Farbstrategen mit dem Vorstoß in die totale Erdtönigkeit überhaupt erreichen, für 254,25 Mark on Top? Mich natürlich. Ich steh total drauf. Auf eine Farbe, die irgendwie aussieht, als hätten sich ein paar Smarties auf `ner Küchenplatte nackig gemacht und wären dabei weggeschmolzen. DB479 Moorbraun ist in der Kombination mit Stoff Dattel 034 wirklich hinreißend schön. Die hier gezeigte 200er Limousine bekam zudem während ihrer Restauration eine Colorverglasung spendiert. Das steht dem Wagen außerordentlich gut.  

Was einst ankam wie die zu Lack gewordene Klageschrift wider des guten Geschmacks, wird im Laufe der Jahre zum viel gesuchten Extra. Moorbraun rockt heute, ist zum kultigen Botschafter der Mercedes Farbmythologie gereift, steht für eine Zeit, in der konservativ, zuverlässig und verrückt noch kein Widerspruch waren. Genauso wenig, wie Punkband mit Ballade im Frühstücksradio. Farblich find` ich persönlich 479 nicht ernsthaft schwäbisch. Eher so linksniederrheinisch. Elfgen, Belmen, Vanille Pudding. Mehr zu den W123 Farben hier.