Der Zustand der Vorderachse des W124 230E Sportline ist gut, alle mechanischen Funktionsteile arbeiten störungsfrei und unauffällig. Doch wir wollen den Mercedes für die nächste Dekade fit machen, nicht immer wieder von vorn anfangen, wenn sich eines der Teile dazu entschließt, seine Verschleißgrenze zu erreichen. Zudem sind Bremsscheiben und Beläge völlig verschlissen. Wenn wir schon mal dran sind: Räder runter, Stabi, Spurstangen, Lenkungsdämpfer und Dreieckslenker demontierten. Die Aufnahmen der Dreieckslenker an der Karosserie sehen gut aus. Sie werden vom Flugrost befreit und mit Rostumwandler versiegelt. Wir pressen die alten Traggelenke raus, entrosten, versiegeln und lackieren die Dreieckslenker, pressen neue Lemförder Traggelenke ein, bauen die Dreieckslenker wieder ein, ersetzten dabei die Exzenterschrauben. Nun erneuern wir alle drei Spurstangen, den Lenkungsdämpfer und die Stabigummis.

Die originalen Sportline Werksstoßdämpfer und Federn ersetzen wir gegen Bilstein B4 und 30mm Eibach Tieferlegungsfedern. Die wollen wir unbedingt auf der Straße ausprobieren. Schon bei meinem allerersten W124 hatte sich die Verlagerung des Fahrzeugschwerpunktes nach unten extrem positiv auf die Fahrdynamik ausgewirkt. Heute, fast 30 Jahre später, geht es aber mehr als damals auch um den Komfort. Deshalb bin ich auf die Probefahrt mit dieser Kombination in der Limousine gespannt wie der berühmte Flitzebogen.

Auf zum Finale: Wir tauschen Bremsscheiben, Bremsbeläge und Verschleißkontake gegen ATE Neuteile, erneuern die Bremsflüssigkeit, entlüften die Bremsanlage. Wie immer werden zuletzt alle Schrauben nochmal nachgezogen und Stück für Stück rot markiert. Vorderachse fertig, jetzt können die Räder wieder drauf. Mehr über die Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an diesem Mercedes W124 in den NEWS.