An den Mercedes Benz W123 Farben kann man den Einfluss des Käufergeschmacks auf die angebotenen Lacke eines Autoherstellers besonders gut erkennen. Oft reagierten die Mercedes Farbverantwortlichen schnell auf die Rückmeldung der Vertriebsorganisation, warfen den Kunden neue Farbkreationen vor`s Auge, um den Verkauf anzukurbeln. Ein super Beispiel dafür ist GELB.  Obwohl damals nur als Unilack verfügbar, deckte Gelb das gesamte Mercedes Zielgruppenspektrum ab. Von konservativ bis knallig.

1979 hatte Mercedes für die Baureihe W123 sechs verschiedene Gelbtöne im Programm. Bei Produktionsende war nur noch einer davon übrig. Der Käufergeschmack tendierte immer mehr zum Metallic Lack, auch war bunt inzwischen ins Abseits geraten. Dort traf es sich gelegentlich mit Mario Gomez auf eine schöne Tasse Kaffee. (Kleiner Scherz am Rande). Hier sind die W123 Gelbtöne. Vom Klassiker 606 Ahorngelb über das zurückhaltend pastellige 681 Weizengelb, das volltönig sonnige 673 Saharagelb, das selten georderte 680 Heliosgelb…

…624 Gelb ist schon echt verdammt gelb. Doch die Mercedes Flower Power Malermeister mussten da noch einen drauf setzten, kreierten den fröhlich frechen, irgendwie leicht nach abgebranntem Hanf duftenden Farbton 618. Was der Volksmund Quietschgelb, der Ornitologe Kanariengelb, der Obstbauer Quittengelb und der Bakteriologe Gelbsuchterreger genannt hätte, tauften sie in Stuttgart DB 618 Mimosengelb. Genau 100 Jahre, nachdem die namensgebende Silberakazie ihren Siegeszug in Südeuropa begann. Mehr zum Thema Mercedes W123 hier.