Der hier gezeigte Mercedes C140 500 SEC markiert ab 1992 den äußersten Rand dessen, was ein Automobil der Gesellschaft grade noch eben zumuten darf. Gleichzeitig repräsentiert der 140er die Spitze der Fahnenstange der technischen Machbarkeit in der Automobilbaubranche. Das bleibt beim Coupe ebenso, wie bei der 1991 vorgestellten Limousine. Sie löst bei ihrem Erscheinen eine breitangelegte Diskussion auf Bildzeitungsniveau aus. Zu groß, zu protzig, zu unwirtschaftlich, zu hässlich. Unvergessen der Aufschrei der Pressevertreter, als sich zeigt, dass der Wagen nicht auf den Autozug nach Sylt passt.

Welche Hysterie wird das unter den 23 Sylturlaubern ausgelöst haben, die sich im Sommer`92 mit einem C126 auf der Insel befinden und der Auslieferung ihres neuen Coupe`s entgegen sehen? Zum Glück gab`s damals noch keine sozialen Medien. Ansonsten wäre der C140 vielleicht gar nicht gebaut worden. Aus Imagegründen. Weil sonst Millionen Hater damit gedroht hätten, ihre gebrauchte A-Klasse in Zahlung zu geben. Für ein Elektrofahrrad. Oder ein paar Birkenstocks in 618 Mimosengelb. Zurück zum 500 SEC, der sich ab Mitte `93 S 500 Coupe nennen darf und ab Juni 1996 CL 500 heißt. Das Exemplar auf den Bildern ist ein früher 500 SEC, die Peilstäbe zeigen das an.

Knapp 200.000 Kilometer auf der Uhr, begeistert das Schweizer Auto durch Allgemeinzustand und Performance. Das große Mercedes Coupe ist agil, lenkt präzise ein, lässt sich zügig durch die Kurve dirigieren, bleibt beim Lastwechsel stets ehrlich. Und dann gibt`s da noch das gute Gefühl der perfekten Mischung aus Komfort, Dynamik, Luxus und Sicherheit obendrein. Toll. Der Wagen mit dem meisten 904 blau, das ich bisher gesehen habe, hat mächtig Spaß gemacht. Insgesamt 14.953 C140er mit 500er Motor sind gebaut worden, Anfang 2015 waren nur noch 651 davon zugelassen. Ich denke, es wird Zeit sich einen zu besorgen. Solange es noch Gute gibt. Für überschaubares Geld.