Der Mercedes S123 280TEden wir aus einer kleinen Halle zwischen Würzburg und Schweinfurt bargen. Er stand dort acht Jahre lang. Sein war offensichtlich ein ausgesprochen geschmackvoller Mensch. Am 26. September 1983 in Hamburg erstmals zugelassen, verfügt der Sechszylinder über eine bemerkenswert üppige Ausstattungsliste. Und eine über eine Farbkombination zum Niederknien: Sandbeige 444 mit 257 Leder Hennarot

Die zweite Folge der Bilderreihe „Restauration eines sandbeigen S123“ führt uns in die abenteuerliche Welt der Karosseriespengler. Bei uns nennt man sie liebevoll „Blechis„. Aktionskünstler, die wahre Wunderdinge mit Werkzeugen vollbringen, die die Welt noch nie zuvor gesehen hat. So machen Blechis mit wenigen Handgriffen aus krumm grade. Oder noch beeindruckender: aus grade krumm. Lässt man einen ausgewachsenen Blechi mit einer Rostlaube unbeaufsichtigt, kommt es vor, dass er den ganzen Flugrost vertreibt. Durch bloßes Handauflegen. Wahnsinn. Doch der Blechi kann auch anders. 

Schweller haben Angst vor ihm, halten den Blechi für einen Aufschneider, einen Raustrenner der übelsten Sorte. Man spricht in Fachkreisen sogar von der Schwellerangst. Manche Schweller lassen sich deshalb vorsorglich in ein Schwellerland exportieren. Mitsamt dem Auto, das an ihnen dranhängt. Deutlich positiver steht der Radlauf dem Blechi gegenüber. Er fühlt sich am wohlsten, wenn er stumpf eingeschweißt wird. Gute Blechis wissen, wie man ihn dabei so streichelt, dass er beinahe nahtlos in die gewünschte Form findet. Auch das Bodenblech liebt den Blechi. Weil er jeden Trick kennt, um es von seinem schlimmsten Parasiten zu befreien: Dem Rost. Dem blöden Arsch.

Die Sternwarter Redaktion wünscht viel Spaß mit diesem zweiten Teil der Bilderreihe „Restauration eines sandbeigen S123„. Den ersten Teil findet Ihr hier, den dritten in Kürze auf dieser Seite.