Sonntagmorgen 11 Uhr, 30 Grad im Schatten, ein Hof an einer Hauptstraße zwischen Hannover und Braunschweig. Hier gibt es heute das Vermächtnis eines Ingenieurs zu sehen, der sich über Jahrzehnte klassischen Mercedes gewidmet hatte. Zwei Flossencoupe`s, eine 230SL Pagode und ein beachtliches Ersatzteillager sind Zeugnisse der Leidenschaft, mit der hier am Stern geschraubt wurde. Wir sind heute wegen der Pagode hier. 1964, deutsches Auto, silber/rot, 36 Jahre in letzter Hand. Doch wer die gern haben will, nimmt auch eines der Flossencoupe`s mit nach Hause.

In der letzten Garage hinten links steht ein zweifarbiges W111 220SEb Coupe. Der Wagen ist seit 1991 Teil der Sammlung, stammt aus zweiter Hand, seine Farbkombination darf als ausgesprochen geschmackvoll bezeichnet werden. Das Blaumetallic unterhalb der Dachlinie (UT wahrscheinlich 396) koaliert perfekt mit dem warmen Weiß des Daches (OT wahrscheinlich 050), dem hellen Leder des Innenraumes (1060 Creme?) und dem ebenso hellen Wurzelholz. Optisch ist er ´ne Wucht. Und technisch? Jedenfalls wurde das schöne Coupe in den letzten Jahren regelmäßig auf `ner 07er Nummer bewegt. Wird es anspringen? Das probieren wir aus, eine runde Starthilfekabel, zweimal den Schlüssel gedreht, schon meldet sich Sechszylinder kraftvoll zu Wort. Eine ausgiebige Probefahrt später ist klar, dass der Wagen auf eigener Achse nach Unterfranken überführt werden kann. Man wird sich also handelseinig und so werden wir Morgen mit einer Pagode UND einem W111 Coupe die Heimreise antreten. Gleich nach dem Frühstück. Es gab schon Tage, die fingen schlechter an, wie ich finde…